Freitag, 20. April 2018

Wellness Reloaded

Nachdem uns im Dezember das erste Hotel am Platz schmählich im Stich ließ und einfach schloss, als die französischen Radprofis abgereist waren, musste das Wellness-Ansinnen in heimische Gefilde verlagert werden. Der Laie dächte, es hätte doch sicherlich auch früher schon Gelegenheit für ein Nachholspiel gegeben. Doch der kennt den Ausbuchungsstatus des Nivea-Hauses nicht. Und weiß auch nicht, dass Schwiegermutters Geburtstag dazwischen liegt. Im Frühjahr war es umso authentischer, als wir uns bei den gestrigen Temperaturen ohne Probleme in Spanien glaubten. Weniger Spaniengefühl kam bei der Musikauswahl während der Massage auf. Überraschend verzichtete man auf die New Age-Klänge, von denen ich gedacht hätte, sie seien zu diesem Zweck gesetzlich vorgeschrieben. Stattdessen bemühte man pseudoklassische Musik durchbrochen vom Twin Peaks Theme. Auch der indische Masseur und die slawische Masseurin passten nicht ganz ins Bild - auch wenn sie ihre Sache mindestens so gut wie die spanischen Fachkräfte machten.
Im Anschluss an die Massage musste die Wellness natürlich weitergehen, mit ganz viel Sushi. So befanden wir uns am Laufband mit den Jungen und Schönen. Gerade als ich mich alt und weniger schön fühlen wollte, sprach das attraktive Paar nebenan die ersten Worte. Breitestes Sächsisch. Ein Hoch auf die Text-Bild-Schere!

Donnerstag, 19. April 2018

Nicht meckern

Nun könnte ich meinen Frieden mit Hamburg machen. Das Wetter hat sich nach einer etwa einwöchigen Novemberepisode auf Spanien- und Berlin-Niveau gebracht. Und doch bin ich nicht wirklich zufrieden. Das hat nur bedingt damit zu tun, dass der Balkon noch nicht nutzbar ist. In der Hauptsache liegt es am Konstrukt des Frondienstes, das mir auch im hohen Alter noch unverständlich bleibt. Fünf Tage arbeiten und nur zwei nicht. Jeder, der schon einmal vom goldenen Schnitt gehört hat, merkt: da stimmt doch das Verhältnis nicht. Wie soll man an zwei Tagen mit mindestens zwei ausgedehnten Verabredungen den Balkon entrümpelt und bepflanzt bekommen? Das kann doch nicht gehen. Und überhaupt, diese Verpflichtung, sich den ganzen Tag mindestens acht Stunden in geschlossenen Räumen aufhalten zu müssen. Vor allem, wenn es die schönen Sonnenstunden sind. Da läuft doch im System etwas schief. Am Ende verlangen die noch von mir, dass ich etwas Sinnvolles tue? Dabei möchte ich - wenn schon drinnen - doch nur Panini-Bilder tauschen.

Montag, 16. April 2018

Aus Blondistan

Netterweise hatte mir die Nachbarin am Wochenende ihr Auto angeboten. Der REWE-Lieferservice offenbarte an der einen oder anderen Stelle ein paar Lücken, und es galt, zahlreiche Menschen zu bewirten. Wie üblich in Hamburg konnte ich die relativ kurzen Distanzen von einem Supermarkt zum nächsten nicht auf direktem Weg zurücklegen. Ich sage nur: kilometerlanges Verbot links abzubiegen. So wollte ich das Auto wenigstens wieder volltanken. Auf den letzten Metern tauchte zum Glück noch eine - Kind der Werbung - ARAL-Tankstelle auf. Nachdem ich entschieden hatte, dass das Auto kein Diesel sein kann und somit klassisches Benzin tankt, beschäftigte ich mich längere Zeit damit, wie wohl der Tankdeckel aufgehen möge. Der Schlüssel konnte nichts, im Innenraum keine passenden Knöpfe oder Hebel; mechanisch bekam ihn auch nicht auf, ohne Lack oder Fingernägel zu ruinieren. Egal, ich beschloss nach meinen gescheiterten Versuchen, mich als Tendenzblonde zu outen und den freundlichen Mitarbeiter an der Kasse zu befragen. Ich freute mich, als er ob meines Anliegens seine Kollegin heranwinkte. Wenn ich schon weibliche Klischees bediene, muss das doch nicht für alle Frauen gelten. Er bat sie jedoch nur, sich statt seiner an die Kasse zu stellen, um sich das Problem vor Ort zu besehen. Zu meiner Ehrenrettung muss ich sagen, dass er auch lange suchte und herumprobierte. Er hatte einfach nur mehr Glück, als er nach langer Fahndung im Innenraum den Punkt auf dem Tankdeckel traf, mit dem er sich wie von selbst öffnet. Am Ende war ihm die Suche im Zweifel peinlicher als mir. Und ich bekomme beim nächsten Tanken siebenfache Payback-Punkte. Blondenbonus?

Freitag, 13. April 2018

Aus der Hauptstadt

Wenn ich nicht so müde wäre, wäre ich vollzeitneidisch. Mein semiprofessioneller Ausflug nach Berlin brachte mich gestern in die Lage, an einem Abend fast mehr Frühling als in einer Woche Spanien zu erleben. Der Tag, aber vor allem der Abend war so lau, dass man noch bis nach 22 Uhr draußen sitzen konnte (und durfte!), ohne eine Jacke zu benötigen. Dazu eine Einladung zu einem sehr leckeren indischen Essen (Hauptgericht 5,90€ - nimm das, Hamburg!). Außerdem dauerte mich, für den Kurztrip keine offenen Schuhe dabei zu haben. Als ob das alles nicht schon ausreichend Fragen über die Wohnsitzwahl aufwürfe, kam ich vollends ins Hadern, als ich die neue Wohnung des Bruders bewundern durfte. Eine Wohnung mit Blick auf den Funkturm - ein Kindheitstraum! Das Leben ist nicht immer gerecht.





Mittwoch, 11. April 2018

Aus dem Kniffeltrainingslager

Die Anwesenheit des Sohnes bei den Feierlichkeiten anlässlich meines Geburtstages verzögerte sich ein wenig. Die Unterhose war ihm kaputt gegangen und musste getauscht werden. Verständlich, dass er mit einem defekten Modell kein Selbstvertrauen gehabt hätte. Gestern tauchte es in der frischen Wäsche wieder auf. Ich hatte den üblichen Teenager-Klumpen ohne übertriebene Durchsicht in Gänze in die Maschine gesteckt. Beim Aufhängen bat ich ihn, die kläglichen Reste  - wenn auch sauber - in den Müll zu werfen. Er sträubte sich. Nicht etwa wegen der übermenschlichen Anstrengung, etwas in den Mülleimer zu expedieren. Nein, weil aus Gründen sein Herz immer noch an der Wäsche hing. Ob man es nicht als Lappen nutzen könne? Nur mäßig geeignet. Also meinte er formvollendet, ich bereitete ihm eine große Freude, wenn ich Helga ein Kleid aus den schönen Stoffresten herstelle. Genau meine Disziplin. Doch gute Mutter, die ich bin, erledigte ich genau das. Ein 1A-Etuikleid aus Vichy-Karo. Und on top noch eine casual Sommerhose für Eierkopp. Beide Modelle tun Einiges für sie, finde ich.



Montag, 9. April 2018

Mittelpunkt der Welt

In Anlehnung an ein von mir sehr geschätztes Lied von Element of Crime habe ich zum Geburtstag einen Lottoschein geschenkt bekommen. Sogar mit Mittwochs- und Samstagsziehung. Und richtig viele Varianten. Und Super 6 und Spiel 77. Nun habe ich tatsächlich gewonnen. Sven Regener mag recht haben, dass es jetzt schade ist um das Geld. Was soll ich bloß mit den 5 € (in Worten: fünf Euro) tun? Anlegen wäre wahrscheinlich altersgemäß.

Samstag, 7. April 2018

q.e.d.

Das schlechte Wetter der letzten beiden Tage zeigte mir, dass der Sonnenschein vorher ausschließlich zu Ehren meines Geburtstags vorherrschte. Wenn das nicht gelebter Zweckoptimismus ist!


Der Sohn wird auf die Frage, was er in der Woche Spanien gemacht habe, vermutlich antworten, er habe geschlafen. Und fürwahr, ich bin beeindruckt, wie viele Stunden Teenager tatsächlich schlafen können, wenn es nur nachts kein Internet gibt.