Nachdem es seit Mitte Dezember ununterbrochen turbulent und auch die vermeintlich Stille Nacht (wie auch die Tage um sie herum) nicht allzu ruhig war, fand ich, mir ein paar Tage der Einsamkeit und des Nichtstuns verdient zu haben.
Doch die göttliche Fügung, das Schweinesystem oder was auch immer schien es ein wenig anders zu sehen. Zunächst hielt mich Arbeit von der Ruhe ab. Ich wurde bis Donnerstagabend bei Weitem nicht fertig und musste diverse Aufgaben mitnehmen. Gestern um Mitternacht war ich endlich soweit, das Werk einigermaßen vollbracht. Ich feierte es mit einem Glas Rosé. Glühwein wäre eigentlich angezeigter gewesen, denn seit ich hier im vermeintlichen Süden bin, gibt sich das Wetter Mühe, sich auf das norddeutsche Niveau herabzubegeben. Es sieht so aus, als hätte ich die Sonnencreme umsonst mitgenommen. Ich weiß, auch hier ist Januar, vielmehr Enero, doch mit Höchsttemperaturen von 12°-13° - immerhin über Null - habe ich nicht gerechnet. Ebenso nicht mit einem beständigen Tief, das mich wohl die gesamte Woche begleiten wird.
Zweckoptimistisch betrachtet wird mir zumindest der Wunsch nach Ruhe und Einsamkeit gewährt. Schon oft bin ich im Dezember oder Januar hier gewesen. Noch nie habe ich es so schaumgebremst erlebt. Selbst am Wochenende scheint alles geschlossen. Ein Großteil der Menschen, denen ich begegne, spricht nicht spanisch sondern slawisch oder französisch. Das erklärt vielleicht, warum es so still ist. Ich überlege, ob ich eine fotografische Sammlung von „Cerrado por fin de temporada“-Schildern erstellen soll. Es gibt ausreichend Auswahl. Als kleinkarierte Deutsche frage ich mich allerdings, ob das Saisonende nach Neujahr als Argument zulässig ist oder ob es nicht heißen müsste, dass der Betrieb noch nicht losgegangen sei. Wie gut, dass ich Muße habe, diese Frage weiter für mich zu erörtern.
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