Montag, 12. Oktober 2026

Endlich verstanden

Kurz vor der Abreise habe ich doch noch ein wenig spanisches Savoir-Vivre (saber-vivir?) gelernt. Zunächst werden zum Ende der Saison grundsätzlich rote Flaggen am Strand gehisst, egal wie seicht die See und wie lau der Wind ist. Nach der erschöpfenden Saison kann man von Baywatch wirklich nicht verlangen, dass sie sich um Badende kümmern. Die sollen mal schön alle auf dem Sand bleiben. Wenn nicht, kann die Trillerpfeife sie ohne größeren Aufwand schnell aus dem Wasser kommandieren. Kurz nach der allgemeinen Siesta, gegen 17:45 Uhr beginnt man mit dem Einholen der Fahnen, packt die Sonnenbrillen ein und macht sich pünktlich um 18 Uhr auf, um den wohlverdienten Feierabend zu genießen. Darauf folgt die Rebellion im Kleinen: Eine große Schar Badelustiger macht sich auf, mit vollen Bäuchen (es ist schließlich kurz nach dem Mittagessen) in die unbewachten Fluten zu springen, denn seien wir mal ehrlich, wenn Wasser und Luft jeweils bei 25° liegen, macht es am meisten Spaß. Dann ist es bestimmt auch nicht mehr so gefährlich wie vorher.

Wenn man das einmal verstanden hat, fällt es umso schwerer, aus dem Hochsommer in den deutschen Herbst zurückzukehren. Vor allem, wenn mit preußischer Präzision montags um 6:30 Uhr die Altglascontainer neben dem Ohr geleert werden.

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