Anders als gestern, als mit anständigem Gewitter lediglich die gelbe Fahne (Baden mit Vorsicht) wehte, ist heute rot geflaggt (Baden verboten). Wahrscheinlich weil bei anderthalb Meter hohen Wellen und auflandigem Wind der blanke Hans sonst die Besten unter uns holt. Oder, weil das weit in den Strand hineinragende Wasser alle hundert Meter eine Qualle aufs Land spült. Eine von ihnen reicht schließlich, um über die gesamten drei Kilometer Strand einen Tsunami der Hysterie zu verbreiten. Heute wäre das Meer genau nach meinem Geschmack gewesen. Doch ich lege mich lieber nicht mit den Baywatch-Menschen (in vernünftigem Ölzeug, bei höchstens 25 Grad) an, sie scheinen mir zu verwandt mit der Guardia Civil. Wahrscheinlich haben sie neben der Trillerpfeife auch eine Wumme - und stellen Fragen lieber nach dem Schießen als vorher.
Freitag, 2. Oktober 2026
Donnerstag, 1. Oktober 2026
PISA-Ergebnisse
Übrigens mache ich mir keine Gedanken mehr über das schwache Abschneiden der deutschen Schulkinder in Sachen PISA. Sie mögen unterdessen schlechter rechnen und lesen können, doch ich schreibe ihnen noch immer eine gewisse Lebenstüchtigkeit zu. Sie lernen spätestens in der Kita, bei Gewitter Pfützen und erst recht alle größeren Gewässer zu meiden. Das scheint in Spanien nicht so zu sein. Meiner Individualempirie zufolge versagt die Erziehung dauerhaft seit Francos Zeiten, wenn hier bei Blitz und Donner mit Freude ins Meer gestiegen wird und niemand die armen Unwissenden davon abhält. Jung und Alt springt bei Himmelgrummeln freudig ins Wasser, schließlich hat Baywatch pünktlich um 18 Uhr Feierabend gemacht. Genau zu der Zeit, zu der alle Telefone hässliche Unwetter ankündigten.