Umständehalber war ich diese Woche in pazifistischer Mission unterwegs. Bei einem Event sollte ich mich um die Personen kümmern, die nicht Paintball spielen, also nicht auf Menschen schießen wollten. Als Alternativprogramm gab es etwas deutlich Friedfertigeres: Axtwerfen. Ich stellte mich dabei vermutlich ähnlich wenig geschickt an, als wenn ich mit Farbpatronen herumgeballert hätte. Auch wenn es das Modell „Bock zum Gärtner“ war, überlege ich, ob ich mir nun „Head of Axt“ in die Signatur schreiben soll.
Außerdem überzeugt mich momentan das klassische Sportangebot nicht. Erst ist die bevorzugte Trainerin nicht da, dann wird sie durch eine andere ersetzt, deren Übungen nicht nur ich, sondern auch alle anderen nicht recht verstehen. Da die Abwesenheit bedauerlicherweise zwei Wochen dauern sollte, beschloss ich, gestern lieber einen anderen Kurs zu belegen. Der wurde kurzfristig abgesagt. Die Nachricht darüber hatte ich nicht gesehen. So stand ich alleine am Beckenrand. Um nicht unverrichteter Dinge zu gehen, nahm ich mir vor, endlich mal wieder tausend Meter am Stück zu schwimmen. Ein Projekt, das ich schon länger nicht verfolgt hatte. Ich schaffte es, aber es strengte mich nicht so an wie der echte Kurs. Dennoch eierte ich aus dem Wasser zur Dusche. Am Ausgang erlebte ich dann eine Anmache, die mir bis dahin unbekannt war - und die mir auch nicht besonders erfolgreich erscheint. Ein Mann etwa meiner Alterskohorte meinte, er habe mich aus dem Wasser steigen sehen und fragte mich, ob ich auch etwas mit der Hüfte habe. Mein Gangbild habe mich verraten. Als ob es die diversen Narben nicht täten. Was der gute Mann leider nicht wusste: Dass sein Vorhaben von Anfang an zum Scheitern verurteilt war, weil er große Ähnlichkeit zu einem nicht allzu geliebten Nachbarn aufwies. Mal ganz abgesehen davon, dass mir als Preußin Krankheitsgeschichten als Opener gänzlich ungeeignet erscheinen. Hinzukam, dass er mir in kürzester Zeit zweimal erzählte, der Gang sei ausschließlich Kopfsache. Hatte er wohl aus einem YouTube-Video. Dann doch lieber nach Hause zu meinem neuen Freund namens Sheldon, einem Plüschhai, der eine Wärmflasche im Bauch trägt. Das Wetter lässt mich noch mehr zu ihm hingezogen fühlen.