Nun habe ich also dieses Alter erreicht, in dem ich auf fremde Hilfe angewiesen bin. Offensichtlich hat die Fehlsichtigkeit unterdessen so zugeschlagen, dass ich wichtige Details übersehe. Die Tochter brauchte etwa 30 Sekunden, um meine 24 Stunden währende Freude über eine vollständige Mannschaft im Panini-Album zu demontieren. Hatte ich doch anstelle der Nummer 20 von Ecuador die von Kolumbien eingeklebt - und mich nicht einmal darüber gewundert, dass auf beiden Positionen ein Mann desselben Namens saß. Vom identischen Aussehen ganz zu schweigen. Sie bemerkte es schon beim Aufschlagen der Ecuador-Seiten. Suchte mich dann aber zu beruhigen, die Farben seien identisch, die Flagge sehr ähnlich und die Trikots wirklich kaum zu unterscheiden. Das ehrte sie; mir war es dennoch peinlich. Vielleicht sollte ich anständig Mohrrüben essen.
Immerhin ist beim Nachtschlaf Besserung in Sicht. Ich muss nun nicht mehr halbliterweise Coca Cola trinken, weil unser Panini-Heft nun alle zwölf - unter der Banderole versteckten - Bilder enthält. Und diesmal wirklich. Ich habe sie zwar schlecht (krumpelig) eingeklebt, aber nicht falsch. Dazu scheine ich vorerst noch in der Lage zu sein. Mal sehen, ob diese Fähigkeiten bis zum nächsten Fußballturnier überleben werden. Vermutlich kann ich schon froh sein, nicht während des Eröffnungsspiels eingenickt zu sein.