An diesem feucht-freudlosen Tag sei mir ein bisschen Selbstmitleid gestattet. Die drei Tage Sommerurlaub waren zu kurz und sind unterdessen schon wieder fast vier Wochen her.
Beim gestrigen Tag handelt es sich ohnehin nicht um einen, den ich übertrieben feiere. Vor 28 Jahren sah das deutlich anders aus. Nicht nur, dass ich guter Hoffnung war, es gab auch noch mehr Träume und Hoffnungen. In der Gesamtbilanz sind zwei großartige Kinder dabei herausgekommen, daher gibt es nichts zu meckern. Und doch fand ich es nicht fair, gestern zusätzlich mit Kopfschmerzen zu kränkeln. Ich holte nur kurz den Computer in der Agentur ab und arbeitete anschließend lieber von zu Hause aus. Unter anderem, um dem Baustellenlärm in der Hamburger Innenstadt zu entgehen. Es passte zum Tag, dass direkt vor meiner Wohnung das Pflaster herausgerissen und neu verlegt wurde; natürlich mit Rüttler, Ehrensache. Um das Ganze abzurunden, klingelte am Nachmittag noch der Ex-Mann an der Tür. Nicht etwa um mir zum Hochzeitstag Blumen zu überreichen, sondern um seine Wartezeit (auf die Tochter) bei mir zu verbringen, Tee zu trinken und mir in der halben Stunde zu erzählen, wo seine amtierende Freundin wohne. Immerhin bestätigte mich der unverhoffte Besuch wieder einmal darin, dass alles gut so ist, wie es ist.
Zu den Freuden meines Alters gehört außerdem, dass endlich ein lange von mir ersehntes Produkt auf den Markt gekommen ist: das hülsenlose Küchenpapier. Ein echter Hoffnungsschimmer. Nicht nur für mich, sondern auch für die deutsche Wirtschaft.