Sonntag, 31. Juli 2016

Wer kann, der kann

Bevor von mir nur noch blöde Anfängerselfies kommen, schmücke ich mich schnell mal mit fremden Federn und zeige hier noch ein gelungenes:

Ober sticht Unter

Seit der Nacht von Freitag auf Samstag habe ich Halsschmerzen. War eigentlich klar, dass so etwas kommt. Spätestens seit sich Freitagabend ein erstes kleines Urlaubsgefühl einstellte, weil ich wider Erwarten fast alle Jobs erledigen konnte. Ich traue mich kaum von meinen Malessen zu berichten, um nicht in den Verruf zu kommen, genauso hypochondrisch zu sein wie manch' andere Person aus meinem Umfeld. Für einen Langstreckenflug genügte Flugangst eigentlich, finde ich. Dennoch habe ich mich gegen Valium entschieden.  Es steht zu befürchten, dass ich sonst während des Fluges wegen der verstopften Nase schnarchen werde. Wenn Eitelkeit Angst sticht, kann die Phobie nicht so groß sein.

Freitag, 29. Juli 2016

Vogel- und sturmfrei

Widersprüche, die bisher noch nicht geklärt sind:
Warum verteilt Krümelmonster seine Kekse nur, anstatt sie zu essen, wenn er sie angeblich doch so mag?
Warum heißen sie Ostfriesische Inseln, wenn Nordfriesland viel weiter östlich liegt (eine Tatsache, die den Sohn über alle Maßen echauffiert)?
Warum bekomme ich als Kompensation eine Kochschürze der Rügenwalder Mühle zugeschickt, wenn ich ihr schimmeliges Vegetarisches Mühlenhack moniere (wenn es an etwas in diesem Haushalt nicht mangelt, sind es Schürzen)? Lalala... Schimmeliges Hack ist selten von Vorteil... Lalala...

Warum fühle ich mich dermaßen vogelfrei, wenn ich etwas Verrücktes tue und von der Arbeit direkt zum Damenstammtisch fahre?
Wenigstens die letzte Frage lässt sich beantworten: weil ich nicht zwischendurch nach Hause muss, um zentnerweise Leckeres bereitzustellen.

Donnerstag, 28. Juli 2016

Langweilig

Die Kinder sind nicht da, und heute Nacht träumte ich von ihrem Vater. Er sagte mir, er wolle sich mit der Mutter einer ehemaligen Klassenkameradin unserer Tochter treffen. Innerlich wunderte ich mich: zu alt, zu gläubig und dabei zu verheiratet, um in sein Beuteschema zu passen. Er klärte mich auf, er wolle sich nun um das Abitur der Tochter kümmern und mit besagter Mutter Chemie lernen. Ich erwiderte zuerst, mir sei, als komme die Tochter im wahrsten Sinne des Wortes sehr gut alleine zurecht. Als nächstes erwähnte ich, dass sich die andere Tochter für das naturwissenschaftliche Profil entschieden habe, während unsere Tochter das sprachlich-künstlerische gewählt habe. Er tat es als Petitesse ab. Schließlich hatte er sich fest entschlossen, sich zu engagieren. Ernüchtern konnte ich ihn erst, als ich ihn darüber informierte, dass die Tochter Chemie abgewählt habe ("aus Gründen", wie meine Kolleginnen sagten).
Wenn Realistin zu sein bedeutet, dass sich auch die Träume ausschließlich im Bereich des Möglichen bewegen, dann möchte ich jetzt sofort aus dem Reålland abgeholt werden. 

Mittwoch, 27. Juli 2016

Strategien

Habe ich es nicht gesagt? Ich vermisse die Kinder. Erst recht, nachdem der Sohn mir schrieb:
Auch der Sohn beherrscht die üblichen Durchhaltestrategien. Die sind auch sehr nötig. Als ob es noch mehr Beweise für meine Urlaubsreife gebraucht hätte, stellt sich ein Großteil dessen, was ich bisher für Mückenstiche hielt, als Pusteln heraus. Vielleicht sollte ich Hochgeschlossenes und Langärmeliges tragen, um meine Amerika-Einreise nicht zu gefährden?

Dienstag, 26. Juli 2016

Sisyphos light

Der blöde Tag gestern konnte nur durch etwas ganz Verrücktes aufgewertet werden. Deswegen war mein Plan, den ersten sturmfreien Abend durch frühes Ins-Bett-Gehen zu krönen. So früh, dass es noch hell sein sollte. Dass ich ohne Licht noch fünf Seiten lesen und dann in einen komatösen Schlaf fallen könnte. Irgendwie klar, dass der Plan nicht aufging. Zuerst habe ich für Teilzeitmuddie zu spät den Feierabend eingeleutet. Genau genommen bin ich wieder als Letzte gegangen. Dann gab es noch diverse Jobs zuhause: den Weg ins Schlafzimmer freiräumen, die Blumen mit Wasser versorgen (vor allem die der Nachbarn, die ich in Pflege habe!) und die Luft etwas abkühlen lassen. Dann nochmal den Flug der Kinder checken (Warum hängen sie so lange über den Shetlandinseln fest?). 

Und schwupps ist es dunkel. Selbst im Juli in Hamburg. Um dann mit dem Licht (zum Lesen) noch ein paar Mücken anzulocken, obwohl ich mit ihnen bereits mehr als ausreichend versorgt bin. Den Gedanken an meine Phantomflugangst verdrängen. Gegen 3 Uhr aus einem Schlaf aufwachen, der verdammt weit von erholsamem Tiefschlaf entfernt ist.  Ob die Kinder unterdessen angekommen sind? Ich schleiche nach unten in die Küche, wo ich das Telefon über Nacht parke. Darin bin ich sehr old school. Es muss wohl der mütterliche Instinkt gewesen sein, denn das Telefon ist lautlos gestellt: es findet sich eine Nachricht des Gatten, sie seien gut gelandet und befinden sich am Gepäckband. Die Nachricht ist deutlich frischer als ich, gerade zehn Minuten alt. Danach bin ich zwar beruhigt, aber wach. Ich versuche es mit Lesen für weitere Mücken. Hundert Seiten später schlafe ich wieder ein. Es dämmert schon ziemlich. 
Heute mache ich mal was Verrücktes. Ich gehe früh ins Bett. 

Montag, 25. Juli 2016

Bock zum Gärtner

Es könnte alles so schön sein. Fast eine ganze Woche sturmfrei! Wenn nicht meine Phantomflugangst wäre. Dass ich den gestrigen Tag ununterbrochen mit drei aufgescheuchten Hühnern (Tochter, Sohn und seine Freundin) zugebracht habe - geschenkt! Dass ich den ganzen Sonntag Essen zubereitet, gewaschen, organisiert, erinnert, geholfen und beruhigt habe - Schwamm drüber! Dass ich in all' dem noch einen Kuchen für einen Kollegen gebacken habe - normal. Dass ich heute früh - und ich meine wirklich früh, als es noch dunkel war - fast stoisch die übliche Hektik ertragen habe, die der Gatte verbreitet, spricht für meine Stabilität. Die Kinder waren sichtlich genervt. (Die Tochter: "Das ist so anstrengend!" Ich: "Ach, Du meinst den Stress am frühen Morgen?" Die Tochter: "Nein, ich meine überhaupt.") Ich verbuche es unter Nettogerechtigkeit, dass er die nächsten 24 Stunden mit drei müden, genervten und lustlosen Teenagern verbringen muss.
Was mich allerdings echt ärgert, dass ich in dieser Zeit des Semi-Urlaubs so unglaublich viel Arbeit habe. Und relativ wenig Motivation. 24 Stunden pro Arbeitstag reichten nicht aus. Ganz zu schweigen von den sieben, für die ich bezahlt werde. Vielleicht nicht allzu klug, eine der Urlaubsreifen als Urlaubsvertretung zu nehmen.