Freitag, 7. Februar 2014

Gute Fee

Sollte sich eine gute Fee in unser beschauliches Dorf verirren: ich glaube, ich wär' jetzt soweit.
Ich wünsche mir, der Sohn ginge für eine ganze Woche - wenn ich ganz verwegen bin, mache ich sogar einen ganzen Monat daraus - ohne Zwischenfälle klaglos zur Schule. Ohne hypochondrische Anwandlungen, ohne morgendliches Tauziehen und ohne Unfälle auf dem Schulweg, die gehäuft dann auftreten, wenn die Hausaufgabenlage prekär wird.
Mal seh'n, ob sie kommt...

Donnerstag, 6. Februar 2014

Strategisches

Unser vordringliches Familienprojekt heißt derzeit (wobei derzeit mit etwa 7,5 Jahren definiert ist), den Sohn in der Schule auf Spur zu bringen. Ein nach wie vor kniffliges Unterfangen.
Es ist sicherlich nicht nur mütterlicher Verblendung zuzuschreiben, wenn ich sage, dass er helle ist und über unglaubliches Wissen verfügt. Leider schlägt sich all' das nie in schulischer Leistung nieder. Es ist auch nicht so, als sei er der durchaus altersgemäßen Rebellion anheim gefallen, er ist (noch?) kooperativ.
Vielmehr handelt es sich wohl um ein Phänomen, das meiner N=1-Studie zufolge bei Jungs ziemlich gängig zu sein scheint; ich nenne es Effizienzverweigerung.
Auch ich war richtig faul, wenn es um Schulisches ging. Ich dachte immer, wer besonders wenig Arbeitswille verspürt, wird den geringen Einsatz genau dort platzieren, wo er die größte Wirkung erzielt. So sah zumindest meine Strategie aus. Ich war und bin auch gerne bereit, diese Erkenntnisse an andere - speziell meine Kinder - weiterzugeben, so wie ich sie schon von meiner Mutter mitbekam. In Ansätzen scheint die Weitergabe an die Tochter auch gelungen zu sein. Nur Jungs - und im Besonderen mein Sohn - scheinen immun gegen die Ratschläge zu mehr Effizienz. Gut, dann müssen sie ihre Beratungsresistenz eben mit viel mehr Arbeit bezahlen! Enttäuschend ist nur, dass ich bei jedem Elterngespräch wie eine pädagogische Knalltüte dastehe. Vielleicht kann mir jemand die Strategie verraten, wie ich im Umgang mit den Lehrern meines Sohnes an ein dickeres Fell komme?

Mittwoch, 5. Februar 2014

Es hat auch Vorteile

Nun habe ich so häufig über die Schwierigkeiten im Umgang mit Teenagerkindern geschrieben, jetzt soll auch einmal ein positiver Aspekt erwähnt werden:
Es herrscht wohltuende Einigkeit in der morgendlichen Lustlosigkeit.

Kleine Kinder haben die Eigenart morgens oft übertrieben aktiv, lautstark und wohlgelaunt zu sein. In meinem Fall ist die entsprechende Mutter vor acht nicht einmal im Sprachmodus bzw. freut sich, wenn sie ihre Augen halbwegs koordiniert bekommt. Zu gefühlt nachtschlafender Zeit wünscht sie keine angeregten Diskussionen über die Existenz Gottes, die waidmännisch korrekte Bezeichnung junger Wildschweine, die Besonderheiten negativer Zahlen, die Einwohnerzahl Surinames oder die Größe römischer Kohorten.
Spätestens mit Eintritt in die Pubertät haben sich diese Schwierigkeiten zum Glück überholt. 

Endlich greifen die eigenen Motivationsstrategien (noch 18 Werktage bis zu den Ferien) auch beim Nachwuchs!

Dienstag, 4. Februar 2014

Selbstbestimmung

Logisch wäre, dass der Grad mütterlicher Selbstbestimmung mit dem Alter der Kinder steigt. Aber was verläuft im Umgang mit Kindern schon nach den Gesetzen der Logik?
Ich will nicht undankbar sein; manchmal darf ich heutzutage sogar auf die Toilette, ohne dort mit der Frage "Was gibt es zu Essen?" traktiert zu werden.
Ein Unterschied zu früher liegt wohl darin, dass meine Brut abends ein längeres Durchhaltevermögen zeigt als ich. Während früher die 20 Uhr-Grenze sakrosankt war und unverrückbar den mütterlichen Feierabend einläutete, beginnt der erbittertste Streit um die Fernbedienung nunmehr frühestens ab Beginn der Prime Time.
Vielleicht bin ich auch ein Einzelschicksal. Denn Schlafen war noch nie die Disziplin meiner Kinder. Selbst die pädagogischen Fachkräfte haben das Experiment Mittagsschlaf bei meinem unter zweijährigen Sohn nach kürzester Zeit erfolglos abgebrochen.
Auch die Verringerung der Privatsphäre und Rückzugsräume macht mir mit den "Großen" zu schaffen. Früher empfand ich es als Höchststrafe, dass die Wahrscheinlichkeit auf Lego oder Playmobil zu treten, im Wohnzimmer noch höher war als im Kinderzimmer. Heute komme ich von der Arbeit nach Hause und finde die Tochter mit einer Freundin in meinem Bett in meinem Schlafzimmer vor - sich angeregt unterhaltend und Musik hörend. Schließlich ist es dort aufgeräumter und entsprechend gemütlicher als in den eigenen vier Wänden. Dass es anschließend nur noch marginal ordentlicher als im eigenen Zimmer ist, soll ja nicht ihr Problem sein. Ist ohnehin eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, dass ihre Zimmer viel kleiner sind als meins.
So kommt es, dass ich derzeit mehr von einem halbstündigen Wannenbad ohne Störung träume als ich es als Neugeborenenmutter tat. 

Montag, 3. Februar 2014

Überzüchten

Damals, als die Kinder noch klein waren, sorgten wir uns, sie überzüchtet zu haben.
Denn die Tochter saß zweijährig im Buggy und rezitierte (süß lispelnd) auf der Straße lautstark "Der Neue freilich, der knausert und spart" und den ganzen anderen Text von Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.
Während der Sohn etwa gleichaltrig die Grammatik der doppelt so alten Freunde seiner Schwester korrigierte und sich mit etwa vier Jahren für den Einsatz richtiger Konjunktivformen einsetzte ("Wenn Opa jetzt hier säße,...").
Wie gut, dass sich diese Sorge als unbegründet herausgestellt hat. Unterdessen sehen sie nach Möglichkeit täglich "Berlin Tag & Nacht".

Sonntag, 2. Februar 2014

Frage

Wieso muss eigentlich unser ehemaliger Hausherr, der Vater meiner Kinder seine Spontanbesuche immer dann einberaumen, wenn ich ungeduscht/ungebürstet bin, mich eine Gesichtsmaske ziert oder ich das Californication-T-Shirt mit der Aufschrift "Sex ist auch keine Lösung. Oder doch?" trage?

Samstag, 1. Februar 2014

Finnische Studie

Sicherlich gibt es eine finnische Studie, die besagt, ältere Geschwister schlafen im Etagenbett immer oben, während die jüngeren unten liegen. Von der gleichen Universität (Turku?) stammt mit Sicherheit auch die Erkenntnis, dass man sich bei jedem Betten-Ab-/Beziehen durchschnittlich 1,6 Nägel abbricht.
Ich fand's super, den großen Bruder durch gezielte Tritte durch die Lattenroste zum Aufwachen zu bewegen, als meine Beine endlich lang genug dazu waren.
Der Sohn hat es noch treffender formuliert: "Ich schlafe unten, also bin ich Gott."