Dienstag, 30. April 2019
Ein Zeichen?
Sollte oder muss ich es gar irgendwie deuten, dass die Hautcreme, die mir die ehemalige Chefin zum Abschied schenkte, hässliche Hautreaktionen hervorruft? Nach dem letzten Wochenende, als ich mich nicht nur kaputtgespielt fühlte, sondern auch so aussah, fand ich es angebracht, die Supi-Dupi-Naturkosmetik-Nachtcreme auszuprobieren. Und was habe ich jetzt davon? Hautreaktionen, wie ich sie zu härtesten Teenagerzeiten nie hatte. Einziges Problem daran: Wenn es ein Zeichen sein soll, verstehe ich die Message nicht. In jedem Fall liegt es wohl an mir.
Montag, 29. April 2019
Wochenanfang
Als ob der bloße Montag nicht reichte, hob dieser die Alltagskeule und schlug voll zu. Frühes Aufstehen, herbstliches Ambiente, Regen und Excel-Dateien in 8 Punkt. Also mehr Tristesse als Ende April handelsüblich. Vielleicht normal nach einem schönen Wochenende, an dem ich mir selbst und anderen glaubhaft folgendes Motto versichern konnte:
Seit heute gelingt mir das nur noch mäßig. Der einzige Trost: heute ist ein gefühlter Donnerstag.
Seit heute gelingt mir das nur noch mäßig. Der einzige Trost: heute ist ein gefühlter Donnerstag.
Sonntag, 28. April 2019
Falling In Love Again
Egal, wie behaglich es im Dorf ist, kleine Fluchten seien wichtig, heißt es. Dem wollte ich mich natürlich nicht widersetzen. Und so fror ich Freitag tagsüber in meinem Dress aus Sommerkleid und Strickjacke. Denn in Berlin sei es auch abends sommerlich, hieß es. Stimmte auch; allerdings konnte ich mir dafür den ganzen schäbigen Tag in Hamburg nichts kaufen.


Wer jetzt denkt, das sei die Quittung für eine kleine Flucht, hat vielleicht nicht ganz unrecht, aber springt etwas zu kurz. Während sich seine Mutter in Berlin herumtrieb, hatte der Sohn in Hamburg seinen Schlüssel verloren. Immerhin war es ihm in der Wohnung aufgefallen. Aber er fand ihn dort nicht, vermutete ihn stecken gelassen zu haben und hatte eine unruhige Nacht, in der er unliebsame Besucher befürchtete. In Sachen Schlafdefizit passten wir also gut zueinander. Ansonsten war ich genervt. Tauschte aber dennoch - aus der Heimwerker-Kategorie „Bock zum Gärtner“ - das Schloss aus.
Immerhin, Sven Regener hatte nicht recht mit seinem „Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin“. Es wurde zwar dunkel, aber nicht kalt. Wie bärtige Karohemden-Hipster fuhren wir mit Leihfahrrädern durch die Stadt. Die Begleitung war vermutlich nur nachsichtig genervt von meinem Frohlocken „Endlich im Westen!“, als wir den Checkpoint Charlie passierten. Ich gestehe: Bei mir steht die Mauer im Kopf allein deswegen noch, weil mir das gute alte West-Berlin vertraut und heimatlich vorkommt. So nahm meine Verzückung stetig zu, je dichter wir an den alten Kiez kamen. Der Mitfahrer nahm es zum Glück gelassen. Auf dem Rückweg regnete es gar. Selbst das konnte die Stimmung nicht trüben, roch die Berliner Luft doch gleich noch besser (Kopfnote: „Sommerregen auf märkischem Sand“). Es wurde dunkel und spät in Berlin.
Entsprechend müde die Lage 24 Stunden später auf der Rückfahrt in die Hansestadt. Da konnte auch der charmante tschechische Snack-Verkäufer mit seinem Kaffee nicht viel ausrichten.
Wer jetzt denkt, das sei die Quittung für eine kleine Flucht, hat vielleicht nicht ganz unrecht, aber springt etwas zu kurz. Während sich seine Mutter in Berlin herumtrieb, hatte der Sohn in Hamburg seinen Schlüssel verloren. Immerhin war es ihm in der Wohnung aufgefallen. Aber er fand ihn dort nicht, vermutete ihn stecken gelassen zu haben und hatte eine unruhige Nacht, in der er unliebsame Besucher befürchtete. In Sachen Schlafdefizit passten wir also gut zueinander. Ansonsten war ich genervt. Tauschte aber dennoch - aus der Heimwerker-Kategorie „Bock zum Gärtner“ - das Schloss aus.
Ich vermute, den Schlüssel werde ich demnächst im Kühlschrank oder an einem vergleichbaren Ort wiederfinden.
Freitag, 26. April 2019
Endlich Freitag
Der Tag ist dein Freund, wenn du erst von fremden Menschen auf der Straße, dann von Kolleginnen auf der Toilette auf dein schönes Kleid angesprochen wirst. Wenn hinzukommt, dass dir all das am Freitag widerfährt, kann es sich zusätzlich zuträglich auf die Stimmung auswirken. Läuft, denkst du dir, und freust dich noch mehr auf den nahenden Feierabend. Selbst die zeitlich höchst ungenehmen Pickel im Gesicht strahlst du weg.
Weniger freundlich ist der Tag, wenn du feststellen musst, das Kleid schafft zwar Komplimente, mag auch in Erwartung des Kontinentalklimas angemessen sein, doch was es nicht kann, ist dich in Hamburg ausreichend warm zu halten. Immerhin, wenn ich demnächst erkältet sein sollte, muss ich mir nichts vorwerfen: ich trage ausnahmsweise Strümpfe.
Donnerstag, 25. April 2019
In einem Dorf im April
Hatte ich bereits erwähnt, ganz gerne in unserem beschaulichen Dorf zu leben? Ich kann es mir kaum vorstellen.
Der Frühling im Dorf ist besonders schön. Selbst wenn es regnet. Denn es roch gestern zum ersten Mal erdig nach Sommerregen. Dann begegnete mir (wir beide auf dem Fahrrad) etwa 500 Meter von zuhause entfernt der Postbote. Er begrüßte mich mit Namen. Da ich den Gruß nicht entsprechend retournieren konnte, war ich kurz versucht, mit „Salut Facteur!“ zu antworten. Ließ ich dann bleiben, weil ich die Replik „Salut Boucher!“ scheute. In jedem Fall sprach er mich auf meinen Mädchennamen an, warum der nicht mehr am Postkasten stehe. Ob er die Post trotzdem noch einwerfen solle? Die letzten 20 Jahre sind bei uns im Dorf aber auch wie im Flug vergangen!

(Ich nenne es: „Aprilfrisch, das Gebot des Monats“)
(Ich nenne es: „Aprilfrisch, das Gebot des Monats“)
Mittwoch, 24. April 2019
Dienstag ist der neue Montag
Eigentlich freute ich mich auf Osterdienstag. Zugegeben, weniger wegen der Arbeit. Mehr wegen der Gelegenheit, den großen Frank Schulz wieder einmal live zu erleben. Doch auch dies stellte eine Liebe mit Hindernissen dar. Irgendwie fühlte ich mich zu verwittert, um innerhalb eines Monats zweimal „Mein rechter, rechter Platz ist frei“ zu spielen. Doch was blieb mir anderes übrig? Schon die letzte Stunde des Arbeitstages verbrachte ich zu nicht unerheblichem Anteil damit, eine Begleitung für meine zweite Karte zu finden. Alle Fans, alle, für die es ein Heimspiel gewesen wäre, - ach, was sage ich? - alle um mich herum wurden befragt. Dass ich meine Begeisterung für den großen Meister nicht an meine Nachkommen weitergegeben habe, ist vielleicht mein größtes pädagogisches Scheitern. Die Brut war also raus. Alle anderen allerdings auch. Ich ging wohl oder übel allein los. Und blieb es auch bis zu meinem Platz, denn ich war nicht die Einzige mit überschüssiger Karte. Dort jedoch konnte ich einen Suchenden glücklich machen. Mit meinem Nachbarsitz. Wir blieben bis zum Ende des wunderbaren Abends beim Sie. In seiner Dankbarkeit spendierte mir der namenlose Nachbar ein Getränk. Beides hatte viel Tröstliches.
Dienstag, 23. April 2019
Ostersonntag/-montag
„In den Tag hinein lesen“ war das Motto der diesjährigen Ostertage. Es half dabei, den virtuellen wie den physischen Bücherberg abzuarbeiten. Dass dabei die aktuelle Zeit auf der Strecke blieb: Schwamm drüber! Die Sonne schien. Während ich auf dem Balkon saß, las und mir den ersten Sonnenbrand des Jahres einfing (Gesicht eincremen reicht manchmal eben nicht aus), sah die Brut beim amerikanischen Netflix die neuesten Folgen von „The Office“ im angenehm kühlen Wohnzimmer. Ist auch viel wichtiger, dass sie, die sie noch deutlich unter 40 sind, keinen Sonnenbrand bekommen. Obwohl ich vermute, dass das nicht ihre vordringliche Intention war.
(Ich nenne es: „Nach langem Warten auf die Jugend bzw. getaner Arbeit schläft der Osterbeagle ermattet ein“)
(Ich nenne es: „Nach langem Warten auf die Jugend bzw. getaner Arbeit schläft der Osterbeagle ermattet ein“)
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