Dienstag, 15. September 2015

Untröstlich

Leider werde ich nicht zurückkommen können. Nach zwei Jahren Abstinenz habe ich meine Leidenschaft fürs Baden im Meer wiederentdeckt und kann sie nach nur ein paar Tagen doch nicht veröden lassen. Besonders stolz bin ich auf meine Eingebung, den Schlüssel mit einem Karabinerhaken an meinem Badeanzug zu befestigen. Alleine reisen macht erfinderisch.
Alle Ereignisse in Hamburg, auf die ich mich nach meiner Rückkehr zu freuen glaubte, haben Meer und Sonne sei Dank ihre Attraktion verloren.
Ich denke, ich werde meinen weiteren Spanienaufenthalt medizinisch motivieren: meine Ekzeme sind noch nicht verschwunden und brauchen längere Meerwasser- und Seeluft-Behandlung. So könnte es klappen.

Sonntag, 13. September 2015

Gute Frage

Die Frage, was ich lesen soll, da der dubelige eReader nicht funktioniert, hat sich endlich geklärt. Das Lieblingsbuch meiner Kindheit natürlich!

Bleiben jedoch ein paar Mysterien: 
Wann werden spanische Eltern am Wochenende viel zu früh von ihren Kindern geweckt, gegen 9 oder 10 Uhr?
Wann genau ist der Zeitpunkt, an dem spanische Kinder nicht mehr alles dürfen und als Teil der Lebensrealität gelten? Und wie viel Prozent von ihnen scheitern an dieser Erkenntnis?
Warum tragen genau die Menschen bevorzugt bauchfrei, String-Badehosen oder gar oben ohne, die es sich am allerwenigsten leisten können? Oder anders formuliert: warum kann ich diese unnötig selbstkritische Art meinen eigenen Körper betreffend nicht ablegen?

Vilarriba und Vilabajo

Wenn man sich so richtig bleich fühlen möchte und als einzige Reise in diesem Jahr zwei Tage in Paris war, sollte man unbedingt nach Spanien an die Mittelmeerküste fahren. Beeindruckend, diese ganzen braungebrannten Menschen! Man wähle das letzte madrilener Sommerferienwochenende, um den Effekt zu maximieren.

(Mit diesem Foto komme ich dem Wunsch nach Selfies nach, koste es, was es wolle!)
An ebendiesem Wochenende stelle man sich folgendes Setting vor: zwei Brüder haben jeweils ein Restaurant. Das des einen befindet sich direkt an der Strandpromenade, in direkter Umgebung eines Piratenschiff-Spielplatzes. Das des anderen in zweiter Reihe in der Nähe eines Hotels mit lärmender Live-Musik und Tanz. Welches der beiden ist wohl brechend voll?
Genau, das des zweiten! Denn der hat Canal+, die spanische Entsprechung zu Sky. Schließlich spielte Atlético Madrid gegen Barcelona. Man entdeckte sogar einige Besucher in rot-weiß gestreiften Trikots.
Während also die vier benutzten Teller in Vilabajo bereits gespült wurden, waren in Vilarriba noch alle im Einsatz.
Ich mag zwar deutlich blasser sein als alle anderen hier, aber mein unfehlbarer Businessplan ist vielleicht schneller erstellt.

Samstag, 12. September 2015

EReader sucks

Der Plan ging nicht auf. Entweder habe ich das Montagsmodell oder es sind meine bad vibes: der eReader funktioniert nicht. Als einzige Lesemöglichkeit bietet sich mir darauf "Frau Bovary". Mich schreckt schon der Titel, nachdem ich das französische Original gelesen habe.
Egal, die Sonne scheint!

Freitag, 11. September 2015

Roulette

So unglaublich groß wie der Frankfurter Flughafen ist, bin ich nach einer etwa einstündigen Busfahrt vom Gate zum Flugzeug nicht sicher, wo ich am Ende landen werde. Wie gut, dass ich nur mit Handgepäck reise. Bin nur gespannt, wie sich die mitreisenden, Cerveza-geschwängerten Spanier in Timbuktu durchschlagen werden.

Heute wird es spannend

Wir sind aufgeregt. Die Tochter, weil sie dieses Wochenende die Chance bekommen soll, ihre Lieblingsband, The Libertines live zu sehen. Sollte nicht wieder ein medizinischer Notfall eintreten (wohlgemerkt bei den Bandmitgliedern, nicht bei der Tochter!).
Ich, weil ich mich für eine Woche aus dem Familiengeschehen herausziehen darf. Und weil ich heute, an diesem unheilvollen Datum fliege.
Als Übersprungshandlung mache ich mir merkwürdige Gedanken. Zum Beispiel den, wie hoch die Conversion von  tatsächlicher Anwesenheit der Person zu Facebook-Zusagen zu Veranstaltungen ist. Drängende Fragen der Menschheit.

Donnerstag, 10. September 2015

Altmodisch

Es gibt wenig stichhaltige Gründe, unser beschauliches Dorf zu verlassen. Der Alltag zwingt mich jedoch häufig dazu, denn der Arbeitgeber verlangt ab und an Präsenz in seinen Räumen in der Hafencity. Pflichtschuldig mache ich mich also mit dem Fahrrad auf den nicht allzu weiten Weg. Da der Morgen nicht unbedingt die Hochphase meines Biorhythmus' ist, bin ich meist erst zwischen neun und zehn Uhr unterwegs. Noch nicht ganz wach sah ich mich letzthin konfrontiert mit dem mir entgegengerufenen F-Wort (einige, orthographisch weniger Versierte aus meinem Bekanntenkreis meinen, es sei das V-Wort; im englischen ist es in jedem Fall das C-Wort). Mein einziges "Vergehen" war, den Radweg in die entgegengesetzte Richtung zu nutzen; was an der Stelle laut Beschilderung erlaubt ist. Irgendetwas muss der militante Radkollege anders interpretiert haben. Selten bin ich sprachlos, da war ich es. Primäre Geschlechtsmerkmale gehören nicht auf die Straße (oder den Radweg), finde ich. Wahrscheinlich werde ich alt. Zeit für ein Rad mit niedrigem Einstieg?