Donnerstag, 13. Juni 2019
Fragwürdig
Kann es sein, dass es gerade nicht so läuft, wenn ich mich beim nächtlichen oder frühmorgendlichen Grübeln in schöne Gedanken an irgendwelche Aufgaben bei der Arbeit flüchte?
Dienstag, 11. Juni 2019
Nachlese Pfingsten
Egal, was Pfingsten liturgisch bedeutet, für mich scheint es immer zu heißen: „Drei-Freie-Tage-Können-Unmöglich-Reichen-Für-All-Das-Vorgenommene“. So war es dann auch. Immerhin, für ein bisschen Ordnung, zwei Waschmaschinenladungen, etwas Kochen, etwas Balkonverschönerung und wochenalte Zeit-Ausgaben Abarbeiten hat das lange Wochenende genügt. Jetzt nicht darüber nachdenken, dass diese Woche die letzte verkürzte Arbeitswoche bis zum 3. Oktober sein wird! Preußische Pflichterfüllung - the story of my life. Am Pfingstsonntag gar der härteste call of duty: das Plenum (tefkaJF) mit den Nachbarn, in dem ich nur mithilfe ausgewählter Leidensgenossinnen nicht die asiatische Gesichtsbeherrschung verlor. Dass ich seit mehreren Jahren Schimmel im Schlafzimmer habe ist erstens mein Problem, zweitens auch meine Schuld (noch auf meinem Grabstein wird stehen „Die, die im Frühjahr 2017 die Handwerker nicht in ihre Wohnung ließ“) und drittens überhaupt kein Problem. Wenn schließlich die wichtigste aller Nachbarinnen googelt, dass eine Luftfeuchtigkeit von konstant mindestens 55% für ein Schlafzimmer vollkommen ok sei, was kann dagegen schon ein Gutachter mit Gebäudeexpertise? Allein dass ich einen Gutachter bestelle, zeigt doch schon meine kapitalistische Gesinnung. Die Partei, die Partei, die hat immer recht...
(Ich nenne es: The Other Story of My Life)
(Ich nenne es: The Other Story of My Life)
Montag, 10. Juni 2019
Zusammenfassung Pfingsten
Während ich mich am schönen Wetter erfreute (Ausnutzen, so lange es da ist!), nutzte der Sohn die Zeit, um halbwegs störungsfrei eine kolumbianische Telenovela zu sehen. Meine zaghaften Versuche, ihn - wenn er schon drinnen bleiben möchte - zu Schulrelevantem zu überreden, strandeten. Seine Versuche, mich von der Schulrelevanz seines Programms zu überzeugen, hatten ähnlich viel Erfolg. Wenn er die Serie nicht mit englischen Untertiteln sähe, hätte er mir vielleicht weismachen können, dass ihn die damit verbrachte Zeit im Spanischen weitergebracht hätte. So oder so finde ich es toll, dass er nun unter anderem weiß, was Fehlgeburt auf spanisch (wie auf englisch sowieso) heißt, aber ich habe meine Zweifel, ob es ihm bei einer Prüfung helfen kann. Sicher ist, sein Involvement steigerte sich. Vorgestern meinte er: „Mama, jetzt ist der Moment gekommen, in dem ich mit den Figuren rede.“ Selbst ich weiß unterdessen, dass es um die Schwestern Jimena, Norma und Sara und deren Verwicklung mit den Brüdern Oscar und Juan Reyes geht. Doch ein Ende scheint absehbar, mein letzter Stand war: er ist bei Folge 53 von 126 angekommen. Wer jetzt denkt, die Tätigkeit des Sohnes sei vielleicht nicht geschlechtsspezifisch, so doch altersgemäß typisch - und von Teenagern ist nicht allzu viel Vernünftiges zu erwarten -, der täuscht. Manchmal spricht mehr Vernunft aus ihm als aus seiner Mutter (mag sein, dass da die Latte nicht allzu hoch hängt). Als ich mich gestern auf den Weg machte, um todesmutig zur nachbarschaftlichen Versammlung zu gehen, die die Nachbarn unterdessen „Plenum“ genannt wissen wollen, gibt er mir Folgendes auf den Weg: „Mama, versprich mir, dass du dich nicht aufregst! Die sind es doch nicht wert.“ Ich glaube, ich liebe ihn noch mehr als ich Teile meiner Nachbarn doof finde.
Freitag, 7. Juni 2019
So schön ist die Heimat!
Auch wenn es die Devisen mehr als hergegeben hätten und wir auf dieses Weise nicht einige der transnistrischen Rubel ungenutzt und unbrauchbar nach Hause genommen hätten, für einen Besuch bei „Stanislaw Style“ in Tiraspol reichte mein Mut nicht. Ich bin eben ein Angsthase. In der letzten Woche wurde es deshalb die langweilige Haarschnitt-Variante im heimischen Salon. Da gab es zumindest keine Sprachbarrieren. Obwohl ich mir diese fast gewünscht hätte, als die Chefin begutachtete, wie die Friseurin sehr akribisch meine Haare schnitt, und dann zu ihr meinte: „Das sieht ja ganz fachmännisch aus.“ Eine solche Bemerkung von meinem Chef und ich hätte sofort alles hingeworfen. Bewundernswert für mich und meine Frisur, dass sie es nicht getan hat.
Doch nicht alles läuft hier rund. Leider ziemlich nahe Nachbarn versuchen auf gemeinschaftlich genutzter Fläche ein Windelbiotop zu züchten. Dem Geruch nach zu urteilen, sind sie ziemlich erfolgreich. Der täglich gesicherte Nachschub (grob überschlagen haben wir heute die 20-Stück-Hürde genommen) und hohe Temperaturen schaffen Top-Bedingungen. Ich gestehe: „Jugend forscht“ fand ich schon immer blöd.
Mittwoch, 5. Juni 2019
Willkommen in Asozialistan
Hier wird Hand in Hand gearbeitet. Während die einen Nachbarn sich überlegen, wie sie die Gemeinschaftsflächen verschönern, reichern die anderen sie optisch und olfaktorisch an.
Warum ich unter den Nachbarn nur 50% der Eltern mit etwa Dreieinhalbjährigen liebe.
Warum ich unter den Nachbarn nur 50% der Eltern mit etwa Dreieinhalbjährigen liebe.
Dienstag, 4. Juni 2019
Etwas geleistet
Wenn du dich nach Ablauf deines Urlaubs nicht mehr zweifelsfrei an dein Passwort erinnerst, kann der Urlaub nicht schlecht gewesen sein.
Wenn du dich gleich im ersten Anlauf mit der vagen Erinnerung erfolgreich wieder ins System einloggst, kann es nicht so schlecht um deinen Geisteszustand stehen.
Alles, was darüber hinaus erwähnenswert ist, wäre grundsätzliche Kritik am Modell der bezahlten Arbeitstätigkeit.
Sonntag, 2. Juni 2019
More Than This
Um nach dem Moldawienurlaub nicht in die Gefahr allzu großer Akklimatisierungsprobleme zu kommen, ist es sinnvoll, die Fahrt nach Berlin im Speisewagen der tschechischen Bahn anzutreten. Wie gewohnt ist die Speisekarte reich bebildert und ansonsten mit lustigen Buchstaben bestückt. Der Fingerzeig kann das ersetzen, was an Sprachfähigkeit fehlt. 
Ein Hindernis in Sachen Urlaubsgefühl sind die an sich gottverlassenen, heruntergekommenen Ecken in Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg, an denen wir vorbeifahren. Sie kommen mir nach einer Woche in Land 132 (der Wirtschaftskraft, der Sohn:„von 179!“) wie wohlsortierte Wohlstandsbereiche vor.
Ein Hindernis in Sachen Urlaubsgefühl sind die an sich gottverlassenen, heruntergekommenen Ecken in Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg, an denen wir vorbeifahren. Sie kommen mir nach einer Woche in Land 132 (der Wirtschaftskraft, der Sohn:„von 179!“) wie wohlsortierte Wohlstandsbereiche vor.
In Berlin angekommen, klappt es mit der Eingewöhnung doch ganz gut: ich erkenne das gute Kontinentalklima mit 27° sofort wieder.
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