Sonntag, 24. Februar 2019

Zweifelsfall

Irgendetwas scheint wahlweise mit dem Hormonhaushalt oder der Lesefähigkeit oder beidem nicht zu stimmen, wenn man bei einem der dörflichen Bäcker im Vorbeigehen ein „Östrogenbrot“ entdeckt. Wer kommt allerdings auch auf die Idee, ein „Röstroggenbrot“ verkaufen zu wollen?

Freitag, 22. Februar 2019

Klimafreitag

Der Beitrag, den rollenloses Klopapier für die Umwelt leistet, ist vermutlich überschaubar. Zumal es in reinweißer Form und mit einer Verpackung aus Plastikfolie daherkommt.
Der Beitrag, den rollenloses Klopapier für unser Wohnklima leistet, ist nicht unerheblich. Schließlich überlassen mir seit seinem Einzug jugendliche Mitbewohner nicht mehr alle naslang die abgelegten Rollen, damit ausschließlich ich sie zum Altpapier bringen oder aus ihnen lustige Fernrohre basteln kann.
Wahrscheinlich ist heute auch mehr Flamingofreitag als Klimafreitag. Aber das ist eine andere Geschichte.

Donnerstag, 21. Februar 2019

Vermutlich nichts Gutes

Was es wohl über meinen Geisteszustand aussagt, dass ich nachts im heimischen Bett aufwache und mir bewusst wird, ich habe morgen (denn es ist zum Glück schon nach Mitternacht) einen Terminkonflikt zwischen einem Termin beim Kunden und einer Mittagsverabredung? Vor allem, da sich nach leicht verschleierten Grübeleien (die Uhrzeit!) herausstellt, es stimmt auch noch. Immerhin habe ich ungestützt den Grund fürs Double Dating ausmachen können. So schlimm ist es vielleicht doch nicht um mich bestellt.

Peinlich

Wer am Montagabend eine Gestalt barfuß in grünen  Plastik-Flipflops durch die Dunkelheit hat eiern sehen, dessen Augen haben ihn nicht getrogen. Und wenn ich eiern sage, meine ich auch genau das. Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, da empfiehlt sich eine Pediküre. Blöd nur, dass dabei zum einen die Nägel lackiert und zum anderen die Füße eingecremt werden. Dies hat zur Folge, dass auch im Februar nur offenes Schuhwerk zulässig ist, und Plastik in Kombination mit fettigen Füßen zu einer wackligen Angelegenheit mutiert. Am Ende war mir der Gang trotz Dunkelheit und Ortsfremdheit ein wenig peinlich. Meinen Kindern wäre wohl eher peinlich gewesen (hätten sie davon Kenntnis), dass ich gestern im unteren Teil der Wohnung Discobeleuchtung angestellt habe, um von meinem Boudoir im Obergeschoss abzulenken. Ich habe es „Operation Nebelbombe“ getauft. Und eigentlich fühle ich mich sehr wohl damit. Die Brut muss auch nicht alles wissen. Schließlich handhabt sie es mit mir vermutlich nicht anders.

Dienstag, 19. Februar 2019

Sturmfrei 2.0

Ab heute wird alles anders. Ab jetzt bin ich jeden Abend meiner Sturmfreiheit verabredet. Außerdem habe ich die Rückschläge der letzten Tage verwunden. Unter anderem den, als die mich beobachtende Nachbarin in schallendes Gelächter ausbrach, nachdem ich meine Balkon-Pflanzaktion angeschlossen hatte. Zugegeben, üppig geht anders als eine Primel auf sechs Blumenkästen. Die Reaktion schmerzte schon ein wenig. Schließlich ist erst Februar - und ich habe die Bepflanzung um 100 Prozent gesteigert. 
Und überhaupt: wen interessiert schon eine funktionsfähige Spülmaschine, wenn jeden Abend Highlife und Konfetti angesagt sind?

Sonntag, 17. Februar 2019

Jetzt aber!

Seit fünf Uhr morgens habe ich sturmfrei. Allein das entsprechende Freiheitsgefühl lässt noch ein wenig auf sich warten. Irgendwie war früher alles unbeschwerter. Da brauchte man auch keine zwei Tage, um sich wieder so in Form zu pressen, dass man in einen optischen Zustand kommt, in dem man die Situation ausnutzen könnte. Außerdem ist zu meiner Sturm-und-Drang-Zeit (gab‘s die?) nie währenddessen die Spülmaschine kaputt gegangen. Da kann ich mich noch im Nachhinein freuen! Zumindest heutzutage ist die Schuldfrage eindeutig geklärt: als einzig Betätigende kann nur ich die einzig Zerstörende sein. Abgesehen von unschön trockenen Spülhänden hätte die defekte Maschine die Mäuse-auf-dem-Tisch-Freude nicht weiter belastet. Schwieriger sind vielmehr Nachrichten des Sohnes im Ausland, die auf allen Kanälen nur so aussehen:



Freude will besonders dann nicht aufkommen, wenn der Sohn anschließend über keinen der vorher genutzten Kanäle in irgendeiner Form erreichbar ist  - und die Entwarnung erst lange zweieinhalb Stunden später kommt.
Sag‘ ich doch: sturmfrei war früher irgendwie besser.

Freitag, 15. Februar 2019

Bilanz eines Vierzehnten Februar

Nach einem anständigen Sonnenuntergang bei der Arbeit, der erfreulich spät stattfand, und andernorts allen verlorenen Kniffelrunden hätte der Valentinstag vertragsgemäß positiv enden müssen. So weit die Faktenlage. 

Als ich zum Tagesfinale  - Bahnverbindungen sei dank erfreulich früh - aus der Hamburger Peripherie in unser beschauliches Dorf zurückkehrte, empfing mich der Sohn mit den Worten: „Das WLAN funktioniert nicht.“ Nur Teenagereltern - ach, was sage ich: allein zuständige Teenagermütter - werden die Brisanz dieses Satzes verstehen. Ausnahmezustände sind dagegen Kinderteller. Ich machte mich also gleich ans Werk. Nutzlos, versteht sich. Dennoch verbrachte ich die Zeit bis Mitternacht in meinem Kernkompetenzfeld: dem Zirkelbezug. Schön, wenn die profunde Analyse der DSL Hilfe nach langen Wartezeiten mehrfach zur gleichen Antwort kommt: „Es besteht keine Verbindung zum Internet.“ Je häufiger ich diese Diagnose sah, desto müder wurde ich und desto unflätiger wurden meine Kommentare zur Gesamtsituation. Was den Sohn veranlasste, beruhigend auf mich einzuwirken. Wäre ich etwas frischer gewesen, hätte mich die Ironie dessen wohl belustigt. So war ich nur überrascht ob seiner Ruhe. Die Erklärung folgte. Sei nicht so schlimm, dann gehe er eben ins Bett und morgen zu seiner Schwester. Da funktioniere das Internet. Warum eigentlich, frage ich mich. Von mir hat sie das nicht.