Aber das war noch nicht alles. Mindestens gleichwertig in der Wirkung auf die Laune: Der Sohn antwortete auf meine Frage, was er essen wolle, ausnahmsweise nicht mit "was Leckeres" sondern mit einem konkreten Vorschlag. Dieser überraschte mich noch mehr als seine bloße Existenz. Er wünschte sich Käsespätzle. Er zeigte sich wiederum überrascht, dass ich sie beherrsche und auch notwendige Utensilien wie einen Spätzlehobel dafür besitze. Warum ich bei der Zubereitung der Nudeln Monty Pythons "Every Sperm Is Sacred" vor mich hin summte, habe ich nicht erklärt. Auch Mütter brauchen ihre kleinen Geheimnisse, vor allem wenn sie nicht ganz jugendfrei sind.
Sonntag, 8. Januar 2017
So kocht Frau Antje heute
Trotz höllischer Glätte und Januar und überhaupt war gestern ein guter Tag. Die Enttäuschung über den verpassten sturmfreien Vorabend ließ sich schnell wegstecken. Man bekommt schließlich nicht jeden Tag einen guten, alten Brief von der Christl von der Post, der mit "Sweet Antje v. Garnier" auf dem Umschlag adressiert ist und mit "stets Dein" schließt. Wenn auch kein Liebesbrief, so doch ein Brief mit viel Liebe und auf jeden Fall ein Ego-Boost.
Samstag, 7. Januar 2017
Voll ungerecht
Heute schmolle ich mal mit den Kindern. Und wie üblich zurecht. Schließlich haben sie mir nicht vorher Bescheid gesagt, dass ich gestern Abend sturmfrei hatte.
Freitag, 6. Januar 2017
Ging nochmal gut!
Wieder einmal rächte es sich, Ersthelfer zu sein. Zwar war nichts mit Blut (das kann man nicht sehen, Ehrensache!), aber ein Termin vor meinen offiziellen Bürozeiten; das muss doch nicht sein! Dieser hatte zum Inhalt, dass alle Ersthelfer von der Geschäftsführung angehalten wurden, für den Sauerstoffgehalt in den Büroräumen zu sorgen, indem sie alle zwei Stunden ein Stoßlüften organisieren. Dringend angezeigt, wenn die einzige Lüftung durch Heizlüfter bestritten wird und außen arktische Kälte herrrscht. Leider stellte sich diese Idee bei minus zehn Grad als nur bedingt konsensfähig heraus. Während in anderen Bereichen/Abteilungen jedwede Kritik durch Berufung auf besagten Geschäftsführer im Keim erstickt werden konnte, tat sich meine Scholle nicht unbedingt als Vorbild an Obrigkeitshörigkeit hervor. Ich will nicht ins Detail gehen, aber ich mutierte trotz namhaften Konkurrenzumfeldes in Bestzeit zur unbeliebtesten Kollegin. Zum Glück fiel mir der pädagogischste aller Sätze noch einigermaßen rechtzeitig ein: "Denkt immer daran: es tut mir selbst mehr weh als Euch!"
Donnerstag, 5. Januar 2017
Danke für meine Arbeitsstelle
Nicht alles in der Großraumdisco ist schlecht. Ok, man kann es entweder warm und stickig oder kalt und luftig haben. Auch der Weg in den sechsten Stock ohne Fahrstuhl ist beschwerlich. Der Blick entschädigt schon für Einiges.
Doch der eigentliche Gewinn ist, an den Konversationen der Kollegen teilhaben zu dürfen.
Kollege 1: "Casino nur im Vollsuff."
Kollege 2 (bestätigend): "Alles Andere wäre Geldverschwendung."
Manchmal ist es mir hier fast ein bisschen zu harmonisch.
Januar heißt auf aramäisch Durchhalten (oder so)
Hach! Man kommt zu nichts, wenn man bei der Arbeit ständig damit beschäftigt ist, den Office Service zu kontaktieren, weil alle naslang die Sicherung herausfliegt. Zuerst dachte ich, es liege an den "8000 Watt"-Heizlüftern, die wir in Ermangelung einer funktionierenden Heizung benötigen. Genau genommen war es der Drucker. Immer wenn man ihn startete, ging nichts mehr. Das gespielte Sprichwort: der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. So konnte ich mich freuen, am Abend für die Geburtstagskollegin zu backen. Warm und mit belastbarer Elektrik. Zuhause habe ich einen Test gestartet: mal sehen, wie lange es braucht, bis die Brut feststellt, dass erstens der Mülleimer brechend voll ist und ihn zweitens herausbringt. Im Zweifel wird das Ganze zum Selbsttest: wie lange halte ich es aus, bis ich den Müllsack selbst in den zwanzig Meter entfernten Container werfe. Man lernt so viel von seinen Kindern.
Dienstag, 3. Januar 2017
Dienstag ist der neue Montag
Man muss nicht winterdepressiv sein, um festzustellen, es gibt kaum eine größere Tristesse als an einem mehr als trüben Januartag in ein nahezu vollständig entvölkertes, kaltes Großraumbüro zu kommen. Der Frondienst geht dann noch weniger leicht von der Hand.
Sonntag, 1. Januar 2017
Besinnlichkeit reloaded
So heimelig stelle ich mir meinen Lebensabend vor, zumindest um diese Jahreszeit. Ruhe (abgesehen von ein paar Unermüdlichen, die immer noch böllern), der illuminierte Tannenbaum, ein Heißgetränk und Reste vom Kartoffelgratin des Vorjahres. Als ich es vorgestern zubereitete, meinte ein Klassenkamerad der Tochter, das sehe lecker aus, ob das ein "Chipsauflauf" sei. Ich vermute, mit einem BMI von etwa 15 gehörte ein solches Gericht zu den attraktivsten, die man sich vorstellen kann.
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