Besonders blöd ist der übertrieben frühe Einzug in die Herbsttristesse, wenn er auf zusätzlich unerfreuliche Arbeitstage im häuslichen Arbeitsprovisorium (ich zitiere den ehemaligen Gatten nur ungern, aber in diesem Fall scheint er mit seinem „Nichts hält so lange wie Provisorien“ ganz richtig zu liegen) trifft. Das gilt noch viel mehr für Tage, an denen ich in meinem Ärger über diverse Kolleginnen Rumpelstilzchen gebe. Für die Stimmung ist es nicht förderlich, wenn die Mittagspause auf dem Balkon ins Wasser fällt und die Kaffeepause abrupt durch eine Husche beendet wird (deren Länge dennoch ausreicht, mir am aufgeweichten Balkontisch einen Splitter in die Handfläche zu jagen). Immerhin trug mich die Aussicht, abends zum Essen eingeladen zu sein, wenngleich mehr als fünf Kilometer entfernt. An sich ist es auch schön, sich nach neun Stunden immobilem Arbeiten aufs Fahrrad zu setzen und die großen Stadt pedalierend zu erkunden. Ehe ich nach Feierabend losfuhr, wartete ich noch einen besonders ergiebigen Regenguss ab. So kam ich nahezu trockenen Fußes an, und dem schönen Abend stand nichts im Wege. Für die Rückfahrt kündigte die Wetter-App Trockenheit an. Das allerdings stellte sich als Lüge heraus. Den ersten Schauer konnte ich fast trocken im Schutz einer Bushaltestelle überbrücken, den zweiten, dritten und vierten dann nicht mehr. Irgendwann war es egal. Als ich zuhause ankam, traf die Beschreibung „Begossener Pudel“ nur unzureichend zu. Ich war nass bis auf die Knochen. Meine Kleider tropften noch am nächsten Tag kontinuierlich in die Dusche. Endlich verstehe ich den Erfolg der Bekleidungsmarke „Superdry“. Diese Kleidungsstücke wären es gewesen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen